Exkursion "Besichtigung artenreicher Biotope in Wiesbaden" 1. März 2026
Diese Exkursion wird zusammen mit der Pollichia-Tagung 2026 angeboten, kann aber auch gesondert über das dortige Anmeldeformular gebucht werden.
An diesem Sonntag werden zwei Exkursionsziele angeboten. Abhängig von der angemeldeten Anzahl der Teilnehmer werden ein oder zwei Gruppen organisiert, die ggf. im Wechsel die beiden Gebiete besuchen.
- 9Uhr30 Steinbruch Kalkofen in Wiesbaden,
- 12Uhr30 Mittagspause: Bio-Hofgut Mechthildshausen/Wiesbadener Jugendwerkstatt (Essen wird vorbestellt, bis 15€, auch vegetarisch)
- 13Uhr30 Delkenheimer Kiesgrube in Wiesbaden
Folgend gibt es Informationen zu diesen Biotopen und Organisationshinweise.
Steinbruch Kalkofen
Foto von 2004 (Rolf Hussing)
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Gebietsgröße 35 Hektar - Einrichtung Ökokonto 2008
Exkursionsleitung Frau Alina Singer (M.Sc. Biodiversität und Naturschutz) – Umweltamt Wiesbaden - Beginn 9.30 Uhr
Der ehemalige Steinbruch „Kalkofen“ ist eine der wertvollsten Naturschutzflächen Wiesbadens und mit 35 ha gleichzeitig eine große Ökokontofläche. Nach 20 Jahren Tagebau durch die Firma Dyckerhoff wurde der Kalksteinabbau im Jahre 2003 eingestellt. Statt Rekultivierungsmaßnahmen folgten verschiedene landschaftsökologische Gutachten auf der Fläche, um ein Ökokonto für die Firma Dyckerhoff zu errichten.
Als der Biotopkomplex 2017 in den Besitz und die Pflege des Umweltamts überging, war der Kalkofen durch langjähriges Brachfallen stark verbuscht. Auch heute noch ist das Zurückdrängen von Gehölzen eine der jährlichen Hauptaufgaben im Steinbruch, was mithilfe der vierbeinigen Landschaftspfleger – Ziegen und Schafen – gut gelingt. Darüber hinaus hat sich nach initialer Einsaat eine großflächige Flachland-Mähwiese etabliert. Viele weitere Maßnahmen tragen zum Erhalt der Artenvielfalt im Kalkofen bei, wie bspw. das Bohren von Brutröhren für Uferschwalbe und Bienenfresser oder die Umgestaltung eines angrenzenden Tunnels zum Fledermaus-Winterquartier.
Delkenheimer Kiesgrube
Foto von 2004 (Rolf Hussing)
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Gebietsgröße 20 Hektar - Einrichtung Ökokonto 2011
Exkursionsleitung: Frau Sabrina Jander (Umweltingenieurin M. Sc.) – Umweltamt Wiesbaden – Beginn 13.30 Uhr
Die Delkenheimer Kiesgrube wurde bis in die späten 1980er Jahre wirtschaftlich intensiv als Abbaufläche genutzt. Nach Beendigung des Kiesabbaus entstand zunächst die Idee das Gelände als Campingplatz anzulegen. Hierfür wurde die Fläche bereits verfüllt, eingeebnet und „gärtnerisch“ gestaltet. Der Ausbau wurde jedoch mehrfach unterbrochen und im Jahre 2011 erwarb die Stadt Wiesbaden das rund 20 ha große Areal, um es naturschutzfachlich weiterzuentwickeln. Die Finanzierung erfolgte über Ausgleichs- und Ökokontomaßnahmen.
Seitdem wurden auf dem Gelände verschiedene nassgeprägte sowie trocken/warme Sonderstandorte geschaffen, wie sie für ehemalige Kiesgruben charakteristisch sind. Dazu zählen vom See getrennte wassergefüllte Becken, sogenannte Schlenken, Steilufer, Flachwasserzonen, Bereiche mit stehendem Totholz sowie kiesbedeckte Sandhügel als Habitate für spezialisierte Tierarten.
Mehr als zehn Jahre nach Beginn der naturschutzfachlichen Aufwertung wird die Delkenheimer Kiesgrube weiterhin aktiv gepflegt. Die Wiesenflächen werden gemäht oder mit Ziegen und Schafen beweidet, um die Offenflächen zu erhalten.
Organisatorische Hinweise
Es wird die Möglichkeit bestehen, mit einem Bus vom Museum zu den Exkursionsgebieten zum fahren.
Bitte bringen Sie zur Exkursion mit: Fernglas, festes Schuhwerk, warme Kleidung.