Meldeaufruf Wiesenweihe 2026
Die Wiesenweihe (Circus pygargus) ist in Rheinland-Pfalz ein sehr seltener Brutvogel und vom Aussterben bedroht. Auch in diesem Jahr möchten wir einen Meldeaufruf für die Wiesenweihe in Rheinland-Pfalz starten und Sie um Unterstützung bei der Suche nach diesem seltenen Greifvogel bitten. Denn ohne das Auffinden der Nester fallen die Jungvögel der Getreideernte zum Opfer.
Im vergangenen Jahr konnte leider keine Brut festgestellt werden, trotz relativ vieler Sichtungen, insbesondere im Donnersbergkreis. Teilweise dürfte es sich um Durchzügler gehandelt haben. Es gab aber auch zahlreiche Beobachtungen während der eigentlichen Brutzeit.
Der größte Teil der beobachteten Wiesenweihen waren vorjährige Tiere. Diese können zwar schon geschlechtsreif sein, brüten aber meistens erst in ihrem 3. Kalenderjahr. Auf die Rückkehr und eine mögliche Brut dieser Vögel hoffen wir in diesem Jahr.
Meldeaufruf Flyer Meldaufruf auf volker-schlaer.de
Die Wiesenweihe (Circus pygargus) ist in Rheinland-Pfalz ein sehr seltener Brutvogel und vom Aussterben bedroht. Ihre Nester baut sie fast ausschließlich in verschiedene Wintergetreidearten, da diese im Frühjahr bereits eine geeignete Wuchshöhe erreicht haben und somit ausreichend Deckung bieten. Die Jungenaufzucht der Wiesenweihen erstreckt sich bis in die Erntezeit hinein, weshalb die Jungen durch den Mähdrescher einer tödlichen Gefahr ausgesetzt sind.
Ohne das rechtzeitige Auffinden und Schützen der Nester haben die Jungvögel kaum eine Überlebenschance. Etwa ab Mitte/Ende April kommen die ersten Wiesenweihen aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück. Ab diesem Zeitpunkt lohnt es sich, auf geeigneten Acker- sowie Brachflächen Ausschau nach diesem seltenen Greifvogel zu halten. Aber auch erst im Juni entdeckte Nester mit bereits geschlüpften Küken können und sollten noch geschützt werden. Bevorzugt besiedelt werden offene, mit Gehölzen leicht strukturierte Feldflure mit Wintergetreideanteil. Zurückliegende Bruten der letzten Jahre fanden vornehmlich im Nordpfälzer Bergland statt.
Es könnten aber auch auf anderen geeigneten Ackerflächen in ganz RLP Brutversuche unternommen werden. Der mittelgroße Greifvogel kann eine Flügelspannweite von etwa 100 bis 115 cm erreichen. Auffällig ist auch sein gaukelnder Jagdflug dicht über dem Gelände. Die Männchen sind durch ihr graues Federkleid und ihre kontrastreiche Flügelzeichnung eine auffällige Erscheinung.
Beobachten Sie balzende Vögel oder sogar Beuteübergaben in der Luft, kann dies auf ein Brutrevier hindeuten. Auch Wiesenweihen, die Beute oder Nistmaterial tragen, könnten einen Hinweis auf eine Brut sein. Konnten Sie eine Wiesenweihe beobachten, dann melden Sie es bitte bei ornitho.de oder über artenfinder.rlp.de, ggf. auch per E-Mail an
Bei einer Schutzmaßnahme wird um das Nest ein Schutzgatter von 2 × 2 m aufgestellt. Dies dient vorrangig zur Abwehr von Prädatoren. Als zweiter Schritt wird eine Fläche von 50 × 50 m um das Nest markiert, die bei der Ernte ausgespart wird. Direkt nach der Ernte kann diese Restfläche zusätzlich mit einem Elektrozaun gesichert werden. Die Schutzmaßnahmen um die Nester werden im Einvernehmen mit dem Bewirtschafter geplant und durchgeführt, ein Ernteausfall inkl. Mehraufwendungen werden über das Artenhilfsprogramm „Gefährdete Bodenbrüter" vom Land Rheinland-Pfalz entschädigt.
Dieser Meldeaufruf wird unterstützt von: GNOR – Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie e. V. / POLLICHIA – Verein für Naturforschung, Naturschutz und Umweltbildung e. V. / ARTENFINDER Rheinland-Pfalz

