Meldeaktion "Spinne des Monats Oktober 2025": Zebraspringspinne
Im Oktober sollten wir die Sonnenstunden des hoffentlich "Goldenen Oktobers" nutzen, um an Hauswänden, Mauern, an Geländern und Zäunen nach einer, mit maximal 7mm Körperlänge kleinen,
aber auffälligen, meist im Sonnenlicht umherhuschenden Spinne zu suchen, die durch ihre schwarzweiße Färbung unverwechselbar ist:
Eine Zebraspringspinne, der Gattung Salticus. In den meisten Fällen wird es eine Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus sein, unsere häufigste Art.
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus, Weibchen Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus, Männchen
Im Oktober sollten wir die Sonnenstunden des hoffentlich "Goldenen Oktobers" nutzen, um an Hauswänden, Mauern, an Geländern und Zäunen nach einer, mit maximal 7mm Körperlänge kleinen, aber auffälligen, meist im Sonnenlicht umherhuschenden Spinne zu suchen, die durch ihre schwarzweiße Färbung unverwechselbar ist: Eine Zebraspringspinne, der Gattung Salticus. In den meisten Fällen wird es eine Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus sein, unsere häufigste Art. Zwei sehr ähnliche schwarz-weiß gemusterte Zebraspringspinnen kann man sicher nur über genaue Untersuchung der Genitalstrukturen und grob nach Größe oder Lebensraum sowie den Anteil der Schwarzfärbung im Muster ansprechen: Die meist sehr hell gemusterte Holz-Zebraspringspinne, Salticus cingulatus und die tatsächlich kleinste Art der Gruppe, die Kleine Zebraspringspinne Salticus zebraneus mit hohem Schwarzanteil im Zebramuster. Alle drei Arten dürfen im Artenfinder gerne als Zebraspringspinne gemeldet werden.
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Holz-Zebraspringspinne, Salticus cingulatus, Weibchen Kleine Zebraspringspinne, Salticus zebraneus, Männchen
Zebraspringspinnen kann man gut beim Beutefang beobachten, wenn sie an sonnenbeschienenen warmen Wänden pirschend nach potentiellen Beutetieren, meist Fliegen, suchen. Bewegungen können die kleinen Jäger mit ihren Seitenaugen wahrnehmen und sich dann frontal zur Beuteausrichten. Ihre leistungsfähigen, scheinwerferartigen vorderen Mittelaugen ermöglichen es den Springspinnen, ihre Umgebung dreidimensional zu erfassen, sogar Farben zu sehen und Beutetiere detailliert wahrzunehmen. Ist ein "Opfer" ausgemacht, "schleicht" sich die Spinne vorsichtig auf kurze Distanz heran und ergreift die Beute mit einem blitzschnellen Sprung. Während dieser Aktion ist sie durch einen Sicherheitsfaden mit dem Untergrund verbunden, quasi angeseilt, sollte der Angriff danebengehen. Die Beute wird mit den Chelizeren festgehalten, bis die Lähmung durch den Giftbiss eintritt. Danach wird sie ausgesaugt und es bleibt nur eine leere Hülle zurück.
Der hochentwickelte Sehsinn versetzt Springspinnen auch in die Lage, besondere Nahrungsquellen zu erschließen. So können sie auch zappelnde Beutetiere in Netzen anderer Spinnen entdecken, sich vorsichtig anschleichen und die Vorratskammer der RAdnetzbesitzerin plündern.
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Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus, Portrait Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus, Beutediebstahl aus Radnetz
Interessanter biomechnischer Fakt: Die, angesichts der geringen Körpergröße enorme Sprungweite von nicht selten mehr als 10 cm wird durch eine hydraulische Streckung des dritten und vierten Beinpaares ermöglicht. Dabei werden die Beine durch eine plötzliche Erhöhung des Hämolymphdruckes, nicht durch Muskelanspannung, ruckartig ausgestreckt. (Foelix 1996)
Die Männchen aller Zebraspringspinnenarten zeichnen sich durch auffallend große, lange Cheliceren aus. Während der Paarungszeit stehen sich die Männchen oftmals in sogenannten Kommentkämpfen gegenüber. Dabei strecken sie ihre riesigen Chelizeren und bedrohen sich, bis einer schließlich die Flucht ergreift. Auch während der Balz werden die Chelizeren fast waagerecht ausgebreitet, dabei sind die Giftklauen allerdings eingeklappt. Zusätzlich spreizt das Männchen seine Vorderbeine seitlich winkend ab. (Bellmann 2010)
7 Kleine Zebraspringspinne Salticus zebraneus, Männchen mit großen Cheliceren
Ein letzter Tipp zur Unterhaltung: Springspinnenmännchen kann man gerne einmal eien kleinen Taschenspiegel vorhalten und ihre Balz- un d Paarungstänze provozieren. Das funktioniert bei vielen Springspinnenarten, wobei jede Art einen eigenen Tanz vollführt.
Weitere Informationen im Wiki der Arages
Bildquellen: Foto 1,2,5 & 6: W. Braunstein;
3: https://wiki.arages.de/index.php?curid=1819 ; 5: https://wiki.arages.de/index.php?curid=22132 7: https://wiki.arages.de/index.php?curid=3077
Literatur:
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
Foelix RF (1996): Biology of Spiders. Oxford Thieme. 2. Auflage. ISBN 0-19-509594-4, 330 S.
Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch