Zur Startseite Zur Startseite

Naturforschung · Naturschutz · Umweltbildung

"Schillerhain in bunt" hieß die zweite Umweltdiplom-Veranstaltung der Pollichia.

Organisiert wird das Umweltdiplom von der Kreisverwaltung, viele weitere Organisationen beteiligen sich ebenfalls. Neun Teilnehmer aus Donnersberger Schulen waren dabei und freuten sich darauf, die Tiere und Pflanzen rund um den Schillerhain bei Kirchheimbolanden kennen zu lernen.

SchillerhainInBunt2 800x600Wer ist zuerst auf dem Schneckentürmchen?

Erste Aufgabe: wer ist am schnellsten auf dem Schneckentürmchen? Dort lauschten wir, ob wir Vögel hören können: ein Zilpzalp war an seinem Gesang zu erkennen: zilpzalp, zilpzalp, ... Verschiedene Bäume hatten wir auf dem Weg dorthin schon gesehen: die Birke mit weißer Rinde, eine Linde, die bereits Samen gebildet hat, einen Ahorn. Eine Besonderheit war auf einem Lindenblatt zu sehen: zipfelartige Gebilde, die Gallen heißen, und das Zuhause für die Lindengallmilbe sind. Am Fuß des Schneckentürmchens steht ein Holunder, mit noch unreifen Früchten. Dort fanden wir auch einige Marienkäfer: der Siebenpunkt, der Blattläuse frisst, der kleine gelbe Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer, der Mehltau frisst, und ein Vierzehntropfigen Marienkäfer, dunkelorange mit weißen Punkten. Viele Feuerkäfer waren auch da und eine Waldschabe.

Heuschrecke, Chorthippus biguttulusGrashüpfer dekorativ mit roter Farbe ...

Heuschrecke, Gemeiner Grashüpfer... oder wie trockenes Gras getarnt.

Weiter ging es an einer Wiese entlang: viele Grashüpfer hüpften durchs Gras, grün, braun, grau und einer sogar mit ein bisschen roter Färbung. Nicht auf den ersten Blick als Schmetterling zu erkennen war ein Graszünsler. Die Wald-Schwebfliege ist eine ziemlich große Schwebfliege mit gelben, schwarzen und durchsichtigen Flecken auf den Flügeln. Einige weitere Wanzen und Käfer waren auf Blüten oder Blättern zu sehen. Wir sahen ein paar Schmetterlinge: vor allem Ochsenaugen, ein Tagpfauenauge, einen Hauhechelbläuling, der gar nicht blau war: nur bei den Männchen ist die Flügeloberseite blau, die Weibchen haben braune Flügel. Später flog noch ein Schachbrettfalter vorbei. In einer Hecke versteckt sitzt gerne ein Vogel mit dem spannenden Namen Mönchsgrasmücke. Wir haben ihn gefunden, allerdings nicht den echten Vogel, der wäre längst weggeflogen wenn er uns bemerkt hätte, sondern ein großes Foto dieses grauen Vogels, der nur auf dem Kopf eine schwarze oder braune "Kappe" hat.

Dann konnten wir sehen, wie Wildbienen leben: in einem abgestorbenen dicken Ast sind Löcher zu sehen, die zum Beispiel von Käfern stammen. Darin legen Bienen ihre Eier ab und legen für jedes Ei genug Pollen als Futter dazu. Wie diese Niströhren innen aussehen, lernten wir auch kennen. Andere Bienen bauen ihre Niströhren im Boden, dort wo keine Pflanzen wachsen und sie Löcher in der Erde buddeln können. In der Nähe blühte rosa-farben der Dost, der auch von Schmetterlingen gerne besucht wird, da er viel Nektar in den Blüten anbietet. Genauso wie daneben das gelb blühende Johanniskraut, ist auch der Dost eine einheimische Pflanze. Viele Insekten brauchen ganz bestimmte einheimische Pflanzen, als erwachsenes Insekt oder als Larve.

SchillerhainInBunt6 Natternkopf 800x600Natternkopf, mit "Schlangenzunge"

Weiter ging es einen steilen Hang hinab bis zum Wald. Unterwegs sahen wir eine blau blühende Pflanze, die auch dort noch wächst, wo es richtig trocken ist: der Natternkopf. Wenn man sich die Blüte genau ansieht, glaubt man die Zunge einer Schlange zu sehen, deswegen hat die Pflanze diesen Namen bekommen. Die Natternkopf-Mauerbiene kann ohne Pollen von Natternkopf nicht überleben.

Im Wald liefen wir bis zu einem kleinen Tümpel, die Feuersalamander-Larven und Bergmolche hatten sich leider versteckt. Gefunden haben wir die Larve einer Libelle, die im Wasser lebt. Die erwachsene Libelle mit dem Namen Blaugrüne Mosaikjungfer flog über das Wasser, sie jagt dort Insekten, sucht eine Partnerlibelle und irgendwann legt sie dort auch Eier, aus denen die nächsten Libellenlarven schlüpfen. Sie leben dann zwei bis drei Jahre im Wasser bevor sie am Ufer aus dem Wasser steigen und aus ihrer Hülle eine fertige Libelle schlüpft. Wie so eine leere Hülle aussieht, konnten wir vorher schon bestaunen.

Zurück ging es bergauf durch den Wald bis zu einer Hütte, dort machten wir eine kurze Pause und danach gings wieder zurück zum Ausgangspunkt, der Skatebahn auf dem Schillerhain. Wer wollte durfte sich Samen des Natternkopfs mitnehmen, wenn er keimt und wächst, können sich die Teilnehmer nächstes Jahr beim Betrachten der blauen Blüten an diese Veranstaltung zurück erinnern. Hat Spaß gemacht mit euch!

SchillerhainInBunt5 GefleckterLangruessler 800x600Hübsch: Gefleckter Langrüssler auf einer Rainfarn-Blüte