Insektenpirsch
Keine Angst vor achtbeinigen Tieren beim Besuch auf unserem Grundstück in Ransweiler...

... und vor Insekten erst recht nicht. Nachdem wir im Januar Tümpel gegraben hatten, wollten wir sehen, wie das Grundstück im Frühjahr aussieht. Die Spinne, die wir gefunden haben, trägt eine Kugel mit sich herum: es ist ein kunstvoll aus Spinnseide hergestellter Kokon. Dort drin versteckt befinden sich die Eier der Spinne, aus denen bald winzige junge Spinnen schlüpfen.

Bereits auf dem Hinweg haben wir eine Wanze gesehen, schwarz mit einem auffälligen orangenen Fleck, sie heißt Rolanders Bodenwanze und ist eine seltene Art. Auch hoch in der Luft gibts was zu entdecken: wir hören eine Feldlerche singen. Kurz danach entdecken wir auf dem Feldweg einen gut getarnten Käfer, der aussieht als hätte er einen kleinen Rüssel: der Klee-Luzerne-Rüssler.

Auf dem Grundstück angekommen, freuen wir uns, dass unsere Tümpel noch Wasser haben, auch der große Teich ist voll. Beste Voraussetzungen für die Tiere, die im Wasser leben: viele Insekten, wie beispielsweise Libellen, leben als Larve im Wasser. Wenn die Larve ausgewachsen ist, verlässt sie das Wasser, schlüpft aus ihrer Larvenhaut und fliegt davon. Eine leere Hülle vom letzten Jahr konnten wir uns anschauen.
Auf Blütendolden haben wir viele Käfer gefunden, den Echten Widderbock beispielsweise, der auffällig gefärbt ist.

Viele Heuschrecken sind noch klein, doch wir finden einige der Larven, die akrobatisch auf der Wiese springen. Die Gewöhnliche Strauchschrecke hat ganz lange Fühler, deswegen gehört sie zu den Langfühlerschrecken.

Am Rand der Wiese blühen kleine weiße Blüten, die Pflanze heißt Acker-Schmalwand. Dort fliegt immer wieder ein weißer Schmetterling, der Aurorafalter, auf der Flügelunterseite hat er ein grün-weißes Muster. Die Männchen haben auf der Flügeloberseite orangene Flecken. Ab und zu setzt sich der Schmetterling - einer ohne orangene Flecken - kurz auf die Pflanze und fliegt dann wieder weiter. Was das wohl bedeutet? Wir schauen uns die Pflanze ganz genau an und erkennen den Grund: ein orangenes Schmetterlings-Ei, aus dem in ein paar Tagen eine winzige Aurorafalter-Raupe schlüpfen wird. Die Raupe braucht ganz bestimmte Pflanzen als Futter und genau so eine Pflanze hat das Schmetterlingsweibchen ausgesucht.

In unseren neu gegrabenen Tümpeln gibt es auch schon Leben, auch manche Käfer leben als Larve im Wasser wie beispielsweise dieser Sumpfkäfer. Als erwachsener Käfer lebt er dann an Land und sieht wie ein "normaler" Käfer aus, relativ klein, mit braun und schwarz gefärbten Flügeln. Als Larve erinnert er eher an eine Assel und er hat auffällig lange Antennen. Zum Atmen muss er an die Wasseroberfläche kommen, deswegen lebt er gerne in nicht zu tiefen Gewässern, unsere Tümpel sind also genau richtig.

Nach einem kleinen Ratespiel machen wir uns auf den Rückweg und freuen uns über die vielen Eindrücke, die wir mitnehmen können.

Für alle, die sich auch für die Natur interessieren, gibt es am 17. Mai die Möglichkeit, dabei zu sein. Treffpunkt für Groß und Klein ist um 14 Uhr auf dem Parkplatz in der Turnhallenstraße in Ransweiler. Es ist keine Anmeldung erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos. Natürlich sind auch Nicht-Pollichia-Mitglieder herzlich eingeladen.