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Naturforschung · Naturschutz · Umweltbildung

Es blieb spannend bis kurz vorher: Ist der Boden gefroren oder ist die Wiese überschwemmt?

Wir hatten Glück: Bei +5 Grad und Sonnenschein war das Wetter optimal für unsere Pläne: Auf dem Pollichia-Grundstück bei Ransweiler gibt es neben einer artenreichen Wiese und einem Gehölzsaum auch einen Teich, der im Sommer austrocknet. Dort sollten zusätzliche kleine Amphibientümpel entstehen, in denen sich das Wasser schneller erwärmt, wodurch die Entwicklung der Kaulquappen schneller geht und dadurch ihre Überlebenschancen steigen.

Amphibientuempel1 800x600Auf dem Weg zum Einsatzort

Um 10 Uhr trafen wir uns, um in Fahrgemeinschaften zum Grundstück zu fahren, die letzten Meter gings zu Fuß, mit Schubkarre, Schaufel, Spaten, Spitzhacke, Eimer und was man eben so braucht. Schnell hatten wir drei passende Stellen gefunden, die sich für einen Tümpel eignen und schon konnte es losgehen. Der lehmige Boden ist Voraussetzung, dass das Wasser nicht gleich versickert, hatte aber den Nachteil, dass eine voll beladene Schubkarre ziemlich schwer ist.

Die Klima-Kids graben einen Amphibientümpel

Wie bei den Arbeiten der Großen auch, haben die Kinder am Anfang gelernt, was eine Sicherheitsbelehrung ist. Wir wollen schließlich niemanden mit dem Schaufelstiel verletzen. Das hat vorbildlich funktioniert. 

Amphibientuempel2 400x300Tümpel 2 braucht Wasser

Nach einer Stunde beschlossen die Kinder, dass es Zeit für ein Picknick ist. Rund um die große Weide am Teichrand konnte man gut zusammensitzen. Die Mamas haben derweil tatkräftig weiter gearbeitet.

Amphibientuempel6 400x300Auch Tümpel 3 ist fertig: Die drei Tümpel haben unterschiedliche Formen und Tiefen

Danach waren die Hecken und Bäume interessanter, zum Klettern und Spielen. Über den ersten fertigen Tümpel haben die Kinder eine - etwas wackelige - Holzbrücke gebaut. Das Holz war glatt, die Schuhe voller Schlamm: eine rutschige Angelegenheit. Doch meistens hat die Brückenüberquerung gut funktioniert. Manchmal auch nicht, egal, die Füße sind angeblich nicht nass geworden.

Amphibientuempel3 400x300Wie tief ist der Tümpel?

Die Amphibien legen ihre Eier - Laich genannt - ins Wasser. Daraus schlüpfen die Kaulquappen und leben im Wasser bis sie erwachsen sind. Dann verlassen sie das Wasser und leben an Land. Sie ernähren sich von Insekten und wollen natürlich selbst nicht gefressen werden, deswegen haben sie bei uns ein Versteck bekommen: einen Totholzhaufen, in dem sie sich im Sommer verstecken können oder später auch darin überwintern.

Amphibientuempel5 400x300Totholzhaufen für die erwachsenen Amphibien und viele andere Tiere

Zum Schluss noch das Werkzeug so gut es geht von Lehm befreit. Zuhause wartet die Waschmaschine auf die genauso lehmige Kleidung.

Im Sommer gibts dort auch Marienkäfer in verschiedenen Farben: Jedes Kind durfte einen Schokoladen-Marienkäfer mit nach Hause nehmen. Eine Teilnehmerin hat eine ganz besonders verantwortliche Aufgabe: sie durfte eine Schmetterlingspuppe mitnehmen, aus der im Sommer ein Nachtfalter mit dem schönen Namen Baumwoll-Kapseleule schlüpft. Die Raupe wurde zusammen mit einem Salat gekauft, würde den kalten Winter bei uns aber nicht überleben. Unter Pollichia-Aufsicht durfte sie viel Salat fressen und hat sich am Tag vor unserer Amphibientümpel-Aktion verpuppt.

Die Klima-Kids sind einmal im Monat rund um Rockenhausen aktiv, um selbst etwas für die Umwelt zu tun: beispielsweise Bäume pflanzen, Müll sammeln oder eben Amphibientümpel graben. Die Kinder dürfen selbst vorschlagen, was sie gerne als nächstes machen möchten und sind mit Begeisterung dabei. Die Eltern unterstützen natürlich bei jeder Aktion. Weitere Kinder - ungefähr im Grundschulalter - sind gerne willkommen, egal ob aus Rockenhausen oder auch ein bisschen weiter weg.

Es hat uns allen viel Spaß gemacht und wir freuen uns, wenn die Amphibien oder Schwimmkäfer und Libellenlarven die Tümpel annehmen. Im Frühjahr oder Sommer haben wir geplant, uns das Ergebnis anzusehen. Blumen statt Matsch, fliegende Schmetterlinge und hoffentlich schon die ersten Kaulquappen oder erwachsene Kröten, Frösche, Unken oder Molche. Danke an die fleißigen Tümpel-Baumeister!