Grundstücke "Am Geißberg" bei Rockenhausen
In der Gemarkung "Am Geißberg" (Schreibung auch mit "s" gebräuchlich) in leichter bis mittlerer Hanglage besitzt die POLLICHIA insgesamt sieben benachbarte Grundstücke mit einer Gesamtfläche von ca. 14.000 qm (1,4 ha). Die Lage ist südlich von Rockenhausen in der Nähe (westlich) der Bundesstraße B48. Sie sind Teil eines größeren Biotop-Komplexes mit einer Fläche von 12 ha, für die bereits eine Biotop Kartierung vorgenommen wurde.
Die Beschaffenheit sowie die Umgebung hangaufwärts lassen darauf schließen, dass zumindest ein Teil früher als Steinbruch benutzt wurde. Der Bewuchs ist sehr unterschiedlich, es gibt zu einem kleineren Teil Wiesen (auch Magerwiesen auf steinigem Untergrund), überwiegend jedoch stark bis völlig verbuschte Flächen, die z.T. unzugänglich sind. Am unteren (östlichen) Rand befinden sich einige verkrüppelte alte Obstbäume sowie einige z.T. große Laubbäume, u.a. Eichen. Die Grenzen zwischen den einzelnen und zu den benachbarten Grundstücken sind kaum auszumachen.
Am westlichen Rand ist ein Graben auszumachen, der vermutlich bei starken Niederschlägen Wasser führt, wie an Ausspülungen erkennbar ist.
Unten einige Eindrücke von Pflegemaßnahmen auf den Grundstücken Ende 2021 und Anfang 2022. Im Sommer 2024 wurden die Flächen mit Ziegen und Schafen beweidet. Im Winter 2025 wurde ein Durchgang durch den verbuschten Teil freigeschnitten, um dort die Möglichkeit zu haben, einen Weidezaun aufzustellen.
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Diese vier Fotos (vom Teilnehmer Manfred Mages) entstanden bei der Pflegeaktion im Dezember 2021. In Bild 1 (links) ist im Hintergrund ein Nachbargrundstück zu sehen, die weiteren Fotos zeigen die Verschiedenartigkeit der Vegetation. Mit Astscheren wurde der Rand der Wiese freigehalten, ganz rechts ist ein Durchgang vom unteren in den oberen Teil zu sehen, der von Gehölz ausgelichtet wurde.




Auf den nächsten Fotos ist die Pflegeaktion im Februar 2022 gezeigt. Sie war ebenfalls darauf ausgerichtet, das Biotop vor weitgehender Verbuschung zu schützen und Übergangszonen für die Vegetation zu erhalten. Somit kann wertvoller Lebensraum u.a. für Hecken- und Gebüschbrüter, Reptilien und Schmetterlinge, sowie andere Insekten erhalten werden.
Auf den Einsatz von Maschinen wurde verzichtet. Der häufig auftretende Schwarzdorn kann jedoch manuell nur sehr begrenzt entfernt bzw. eingedämmt werden. Völlig verbuschte Teile sollen erhalten werden, da sich hier oft Pflanzen- und Tiergemeinschaften gebildet haben, die nicht zerstört werden sollen.


Das Schnittgut wurde zu Haufen aufgeschichtet, was einigen Tierarten als Unterschlupf dienen kann. Die überwiegend beseitigten Pflanzenarten waren Schwarzdorn, Ginster und Brombeeren. An selteneren und wertvollen Pflanzen, die früher auch als Heilpflanzen dienten, wurden u.a. gefunden:
1. Feldmannstreu (Eryngium campestre) als trockene Pflanze des Vorsommers ist eine nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte, zerstreut vorkommende Art auf Kalk-Magerrasen. Im Sommer, zu ihrer Blütezeit, ist sie ein wertvoller Nahrungslieferant für verschiedene Insektenarten. Die Raupe des sehr seltenen Schmetterlings Udea institalis lebt an dieser Pflanze.
2. Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), blühend, mit drei Exemplaren. Es ist ein giftiger Frühblüter für Hummeln und pelzige Wildbienen.
Ein Teilnehmer fand einen (verlassenen) Kokon der Wespenspinne.
2024 wurde der stark gefährdete Perlrand-Zwergspanner auf der Wiesenfläche nachgewiesen, der ebenfalls stark gefährdete Kleine Schlehenzipfelfalter, sowie Raupen des gefährdeten Wolfsmilch-Ringelspinners.
Ebenfalls 2024 wurde ein blühendes Exemplar der Waldhundszunge gefunden, in Rheinland-Pfalz ist sie nur aus dem Donnersbergkreis bekannt.
Im Frühjahr wurde ein grün gefärbtes Zauneidechsen-Männchen gesehen.