Meldeaktion "Spinne des Monats September 2026": Gewöhnliche Schilfradspinne (Larinioides cornutus)ca)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Schilfradspinne, Larinioides cornutus, Schlupfwinkel Schilfradspinne, Larinioides cornutus, Weibchen
Im September suchen wir eine häufige Radnetzspinne feuchter Lebensräume, vor allem der Ufervegetation stehender und fließender Gewässer: Die Gewöhnliche Schilfradspinne, Larinioides cornutus. Selten wird man diese, als Weibchen mit bis 13 mm Körperlänge mittelgroße Art in ihrem Netz antreffen. Vielversprechender ist die Suche nach zusammengesponnenen Grasblüten oder -blättern neben einem Radnetz, in denen sich die Spinne verbirgt, mit der Netznabe durch einen Signalfaden verbunden, der als "Alarmdraht" meldet, wenn sich Insektenbeute in der klebrigen Fangspirale verfangen hat. In Feuchtgebieten spielt die durchaus zahlreich vorkommende Art sicher eine wichtige ökologische Rolle bei der Regulierung von Insektenvorkommen, beispielsweise Stechmücken.
Die Schilfradspinne ist durch ihren meist hellen, ovalen Hinterleib variablerer Farbtönung mit klar abgegrenzter stets dunkler Blattzeichnung mit hellem Rahmen und hellen Querstreifen auf der hinteren Hälfte relativ leicht zu bestimmen. Am vorderen Ende des Hinterkörpers befindet sich ein dunkler Keilfleck. Er ist mit einer breiten hellen Umrandung versehen, die sich nach hinten weiter verbreitert. Unterseits des Hinterleibs findet man auf fast schwarzer Bauchseite zwei hellgelbe, nierenförmige Flecken.
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Schilfradspinne, Larinoides cornutus, Spinne am Signalfaden Schilfradspinne, Larinoides cornutus, Netz
Die Männchen (Abb.3) sind deutlich kleiner (ca. 4mm) und fallen durch große kugelige Pedipalpen auf. Nach der Paarung baut das Weibchen der Konusspinne einen gelblichen Kokon in Netztnähe.
Eine "Verwechslungsart" findet man - selten - an warmen, sonnenexponierten Orten im Saarland und der Pfalz, oft an Ginster und Heidekraut: Die Dreispitz-Konusspinne Cyclosa oculata mit drei statt einer Hinterleibsspitze. Sie baut ihr Netz, ebenfalls mit "Abfallstabiliment", eher in Bodennähe.. Im Unterschied zur häufigeren Gewöhnlichen Konusspinne baut sie ihre Kokons in ihr Stabiliment ein.
Weitere Informationen im Wiki der ARAGES: Gewöhnliche Schilfradspinne
Bildquellen: 1-4: Wolfgang Braunstein
Literatur:
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
Foelix RF (1996): Biology of Spiders. Oxford Thieme. 2. Auflage. ISBN 0-19-509594-4, 330 S.
Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online