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Naturforschung · Naturschutz · Umweltbildung

Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen. 

Cyclosa conika Konische Radnetzspinne 8 1             Cyclosa conika Konische Radnetzspinne 4     2

Konusspinne, Cyclosa conica, Netz mit Stabiliment          Konusspinne, Cyclosa conica, Weibchen auf Stabiliment

Im August gehen wir am besten wieder mit einer kleinen Wassersprühflasche auf Suche nach Radnetzen an Böschungen, Waldrändern, vornehmlich an Nadelgehölzen. Dort baut die kleine, maximal 6-7 mm lange Gewöhnliche Konusspinne (Cyclosa conica) - meist in  Hüft- bis Kopfhöhe - ihr unverkennbares engmaschiges Radnetz. Unverkennbar ist es, weil die Spinne quer über die Netznabe ein 2-5 cm langes senkrechtes Seidenband (=Stabiliment) baut, welches sie dicht mit Beuteresten und Pflanzenteilen bepackt. In der Mitte dieses Müllstreifens lässt die Spinne eine kleine Lücke, in der sie bestens getarnt sitzt und vor Fressfeiden, wie Vögeln und Insekten geschützt ist. Man muss schon sehr genau hinsehen, um die kleine Spinne, die durch ihren konisch zulaufenden Hinterleib selbst sehr an ein Samenkörnchen oder Insektenrest erinnert, zu entdecken. Bei direkter Berührung des Netzes lässt sich die Spinne meist blitzschnell zu Boden fallen.

Cyclosa conika Konische Radnetzspinne 6Cyclosa oculata 14

Gewöhnliche Konusspinne Cyclosa conica, Männchen                      Dreispitz-Konusspinne Cyclosa oculata

Die Männchen (Abb.3) sind deutlich kleiner (ca. 4mm) und fallen durch große kugelige Pedipalpen auf. Nach der Paarung baut das Weibchen der Konusspinne einen gelblichen Kokon in Netztnähe.

Eine "Verwechslungsart" findet man - selten - an warmen, sonnenexponierten Orten im Saarland und der Pfalz, oft an Ginster und Heidekraut: Die Dreispitz-Konusspinne Cyclosa oculata mit drei statt einer Hinterleibsspitze. Sie baut ihr Netz, ebenfalls mit "Abfallstabiliment", eher in Bodennähe.. Im Unterschied zur häufigeren Gewöhnlichen Konusspinne baut sie ihre Kokons in ihr Stabiliment ein.  

 Weitere Informationen im Wiki der ARAGES:   Gewöhnliche Konusspinne

Bildquellen: 1+3: Vanessa Oehmig 2: Wolfgang Braunstein  4:https://wiki.arages.de/index.php?curid=8654
Literatur:

Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.

Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.

Foelix RF (1996): Biology of Spiders. Oxford Thieme. 2. Auflage. ISBN 0-19-509594-4, 330 S.

Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online