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Naturforschung · Naturschutz · Umweltbildung

 

Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen. 

Pardosa amentata Gebanderte Wolfsspinne 3 1                Pardosa amentata Gebanderte Wolfsspinne 5  2 

Maskenspinne, Zilla diodia, Weibchen, dunklere Variante           Maskenspinne, Zilla diodia, Weibchen, helle Variante 

Im April suchen wir an sonnenbeschienenen Waldrändern und Hecken, gerne auch an einzelnen Sträuchern nach einer einer sehr kleinen Radnetzspinne, der Maskenspinne Zilla diodia. Ihren deutschen Namen hat sie aufgrund der dreieckigen bis herzförmigen Masken-Zeichnung am Vorderrand des Hinterleibes erhalten. Mit einer Körperlänge von höchstens 4,5 mm beim Weibchen und 3 mm beim Männchen ist sie wirklich leicht zu übersehen. Aber sie baut ein sehr typisches und verhältnismäßig großes Radnetz von 10-18 cm im Durchmesser, das man in Bodennähe entdecken kann. Hier hilft - wie bei der Suche nach allen Spinnennetzen im Gelände - ein kleiner Wasserzerstäuber, der die versteckten Gespinste sichtbar werden lässt.

Die Netze von Zilla diodia kann man zweifellos als Radnetz-Meisterwerke bezeichnen: Sie weisen eine sehr hohe Anzahl von Speichen (40–50) und Klebfadenumgängen (50–60) auf, sind also extrem dicht und regelmäßig gewoben. Die Speichen der Netze der Maskenspinne sind zudem – anders als bei den meisten anderen Radnetzen der Verwandtschaft – an der Peripherie des Netzes doppelsträngig und in der Nähe der Mitte einzelsträngig, vermutlich als Anpassung an die unterschiedlichen Kräfte, die auf den inneren und äußeren Teil der Speichen wirken. Ganz besonders sehenswert ist die sehr regelmäßig und fein gemaschte Nabe, auf der sich die Spinne in der Regel auch aufhält. Sie hat also keinen Schlupfwinkel oder eine Warte, in der sie sich verbirgt. Bei Störung lässt sich die Maskenspinne zu Boden fallen.                                   

Im April hat Zilla diodia Paarungszeit und man kann mit etwas Glück auch die Männchen mit ihren auffallend kugeligen Pedipalpen entdecken.   

Pardosa Paarung 2 Pageler 2  3                    Pardosa hortensis, SMNK-ARA 08756 4

Maskenspinne, Zilla diodia, Männchen mit Beute           Maskenspinne, Zilla diodia, regelmäßige Netzstruktur

            Weitere Informationen im Wiki der ARAGES:   Maskenspinne Zilla diodia

Bildquellen:
1: Vanessa Oehmig; 2: https://wiki.arages.de/index.php?curid=433 ; 3: https://www.galerie-insecte.org/galerie/view.php?ref=29164  4: https://www.galerie-insecte.org/galerie/view.php?ref=140054 
Literatur:

Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.

Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.

Foelix RF (1996): Biology of Spiders. Oxford Thieme. 2. Auflage. ISBN 0-19-509594-4, 330 S.

Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online