Meldeaktion "Spinne des Monats Dezember 2025": Gewöhnliche Fettspinne (Steatoda bipunctata) und Dreiecks-Fettspinne (Steatoda triangulosa)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Gewöhnliche Fettspinne, Steatoda bipunctata, Weibchen Dreiecks-Fettspinne, Steatoda triangulosa, Weibchen
Im Dezember suchen wir nach zwei "Schwesterarten" aus der artenreichen Familie der Kugelspinnen (Theridiidae), beide mit ca. 3-5mm Körperlänge eher klein, unscheinbar und oft versteckt - aber zweifellos unter den allerhäufigsten Spinnenarten in unseren Gebäuden. Beide sind ganzjährig anzutreffen, wobei die Dreiecks-Fettspinne Steatoda triangulosa mit ihrem typischen Hinterleibsmuster wieder einmal eine der mit dem Klimawandel zuwandernden Südeuropäer ist, die wir gerade in der Pfalz zunehmend als Neubürger in Ausbreitung feststellen können. Die Gewöhnliche Fettspinne Steatoda bipunctata ist dagegen schon immer ein häufiger Begleiter des Menschen in seinen Kellern und Wohnungen, kann auch in geheizten Innenräumen überleben, kommt aber auch im Freiland an Mauern und an Bäumen vor. Man erkennt diese einfarbig braune Art am fettigen Glanz (Name!) des Hinterleibs mit hellem Vorderrand und vier kleinen dunkelbraunen Punkten auf der Oberseite.
Fettspinnen sieht man selten umherlaufen. Meist sitzen sie in Ritzen und Schlupfwinkeln in Ecken, Regalen, auch hinter Büchern, an Fensterrahmen und in Schränken. Sehr viel öfter kann man ihre Netze entdecken - falls Staubwedel oder Staubsauger nicht allzu eifrig in der Wohnung unterwegs sind: Feinmaschige Deckennetze in Ecken und Nischen, mit Spannfäden nach oben befestigt und über leimbesetzte Fangfäden, die zum Boden gespannt sind, als sehr effektive Fallen für alle umherlaufenden Insekten wirkend. Gerät ein Beutetier an diese unter Spannung stehenden Leim-Fangfäden, kleben sie fest, die Fäden lösen sich vom Boden und schnellen nach oben, die Beute mitreißend. Die Fettspinne eilt herbei, umspinnt das Opfer und transportiert es zum Fressen in ihren Schlupfwinkel. Durch ihre zwar unscheinbar wirkenden, aber sehr effektiven Fangnetze können Kugelspinnen oft sehr große und auch wehrhafte Beute fangen - und halten uns im Haus auch sicher einige Plagegeister vom Leib.
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Fangnetz einer Fettspinne mit typischen, zum Boden gespannten Leim-Fangfäden.
Die Gewöhnliche Fettspinne Steatoda bipunctata bietet bei der, übrigens meist sehr friedlich verlaufenden Balz noch ein besonderes Schauspiel: Die schlankeren Männchen mit auffallend großen Pedipalpen als Kopulationsorgane verfügen zudem über ein Schrillorgan aus Rillen am Hinterende des Vorderkörpers und einer Vorderkante am Hinterleib, mit dem sie leise zirpende Töne erzeugen, die die Weibchen aus ihrem Schlupfwinkel ins Gespinst des Männchens locken.
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Balz und Paarung der Gewöhnlichen Fettspinne Steatoda bipunctata
Weitere Informationen im Wiki der ARAGES: Gewöhnliche Fettspinne Dreiecks-Fettspinne
Bildquellen: Foto 1 -5 W. Braunstein
Literatur:
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
Foelix RF (1996): Biology of Spiders. Oxford Thieme. 2. Auflage. ISBN 0-19-509594-4, 330 S.
Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online
Meldeaktion "Spinne des Monats November 2025": Herbstspinne (Metinella segmentata)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Herbstspinne, Metellina segmentata, Weibchen Herbstspinne, Metellina segmentata, Netz
Im November suchen wir nach einer mittelgroßen Radnetzspinne, die im Spätjahr ihre Reifezeit hat und deshalb sehr treffend den deutschen Namen Echte Herbstspinne trägt: Metellina segmentata. Sie kommt nicht selten an Böschungen, Waldrändern oder auch in der Krautschicht verschiedener Lebensräume vor und baut ein kleines, meist schräg stehendes Radnetz mit einer "offenen Nabe", d.h. einem Loch in der Mitte des Netzes. Dieses Netz und der Habitus mit langen, relativ dünnen Beinen deutet auf die Zugehörigkeit der Herbstspinne zur Familie der Streckerspinnen (Tetragnathidae) an. Die Herbstspinne hält sich meist in der Nabe auf der Unterseite des Netzes auf. Bei Störung klettert das Tier an den Rand des Netz in die Vegetation und versteckt sich dort. Der Vorderkörper der als Weibchen bis zu 8mm großen Herbstspinne ist glasig und weist eine dunkle gabelförmige Zeichnung auf. Der Hinterleib zeigt eine Blattzeichnung auf, die aber auch undeutlich sein kann. Die meisten Tiere sind gelb und braun gefleckt, es kommen jedoch auch rötliche, kontrastreiche Farbvarianten vor. Die Beine sind hellbraun und dunkel geringelt.
Im Herbst findet man die langbeinigeren, schlankeren, bis 6mm großen Männchen oft in den Netzen der Weibchen, wo sie zunächst im Randbereich warten. Gerät eine Beute ins Netz, versuchen sie, sie zu ergreifen, um sie einzuspinnen und dem Weibchen als „Brautgeschenk” anzubieten. Dabei zupft das Männchen zur Balz an den Signalfäden. Die Paarung erfolgt abseits der Beute an einem Begattungsfaden, den das Männchen zuvor gesponnen hat. (Bellmann 2001).
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Weitere Informationen im Wiki der Arages
Bildquellen: Foto 1,2: W. Braunstein; Foto 3: https://wiki.arages.de/index.php?curid=10019
Literatur:
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
Foelix RF (1996): Biology of Spiders. Oxford Thieme. 2. Auflage. ISBN 0-19-509594-4, 330 S.
Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch
Meldeaktion "Spinne des Monats Oktober 2025": Zebraspringspinne (Salticus scenicus)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus, Weibchen Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus, Männchen
Im Oktober sollten wir die Sonnenstunden des hoffentlich "Goldenen Oktobers" nutzen, um an Hauswänden, Mauern, an Geländern und Zäunen nach einer, mit maximal 7mm Körperlänge kleinen, aber auffälligen, meist im Sonnenlicht umherhuschenden Spinne zu suchen, die durch ihre schwarzweiße Färbung unverwechselbar ist: Eine Zebraspringspinne, der Gattung Salticus. In den meisten Fällen wird es eine Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus sein, unsere häufigste Art. Zwei sehr ähnliche schwarz-weiß gemusterte Zebraspringspinnen kann man sicher nur über genaue Untersuchung der Genitalstrukturen und grob nach Größe oder Lebensraum sowie den Anteil der Schwarzfärbung im Muster ansprechen: Die meist sehr hell gemusterte Holz-Zebraspringspinne, Salticus cingulatus und die tatsächlich kleinste Art der Gruppe, die Kleine Zebraspringspinne Salticus zebraneus mit hohem Schwarzanteil im Zebramuster. Alle drei Arten dürfen im Artenfinder gerne als Zebraspringspinne gemeldet werden.
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Holz-Zebraspringspinne, Salticus cingulatus, Weibchen Kleine Zebraspringspinne, Salticus zebraneus, Männchen
Zebraspringspinnen kann man gut beim Beutefang beobachten, wenn sie an sonnenbeschienenen warmen Wänden pirschend nach potentiellen Beutetieren, meist Fliegen, suchen. Bewegungen können die kleinen Jäger mit ihren Seitenaugen wahrnehmen und sich dann frontal zur Beuteausrichten. Ihre leistungsfähigen, scheinwerferartigen vorderen Mittelaugen ermöglichen es den Springspinnen, ihre Umgebung dreidimensional zu erfassen, sogar Farben zu sehen und Beutetiere detailliert wahrzunehmen. Ist ein "Opfer" ausgemacht, "schleicht" sich die Spinne vorsichtig auf kurze Distanz heran und ergreift die Beute mit einem blitzschnellen Sprung. Während dieser Aktion ist sie durch einen Sicherheitsfaden mit dem Untergrund verbunden, quasi angeseilt, sollte der Angriff danebengehen. Die Beute wird mit den Chelizeren festgehalten, bis die Lähmung durch den Giftbiss eintritt. Danach wird sie ausgesaugt und es bleibt nur eine leere Hülle zurück.
Der hochentwickelte Sehsinn versetzt Springspinnen auch in die Lage, besondere Nahrungsquellen zu erschließen. So können sie auch zappelnde Beutetiere in Netzen anderer Spinnen entdecken, sich vorsichtig anschleichen und die Vorratskammer der RAdnetzbesitzerin plündern.
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Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus, Portrait Mauer-Zebraspringspinne, Salticus scenicus, Beutediebstahl aus Radnetz
Interessanter biomechnischer Fakt: Die, angesichts der geringen Körpergröße enorme Sprungweite von nicht selten mehr als 10 cm wird durch eine hydraulische Streckung des dritten und vierten Beinpaares ermöglicht. Dabei werden die Beine durch eine plötzliche Erhöhung des Hämolymphdruckes, nicht durch Muskelanspannung, ruckartig ausgestreckt. (Foelix 1996)
Die Männchen aller Zebraspringspinnenarten zeichnen sich durch auffallend große, lange Cheliceren aus. Während der Paarungszeit stehen sich die Männchen oftmals in sogenannten Kommentkämpfen gegenüber. Dabei strecken sie ihre riesigen Chelizeren und bedrohen sich, bis einer schließlich die Flucht ergreift. Auch während der Balz werden die Chelizeren fast waagerecht ausgebreitet, dabei sind die Giftklauen allerdings eingeklappt. Zusätzlich spreizt das Männchen seine Vorderbeine seitlich winkend ab. (Bellmann 2010)
7 Kleine Zebraspringspinne Salticus zebraneus, Männchen mit großen Cheliceren
Ein letzter Tipp zur Unterhaltung: Springspinnenmännchen kann man gerne einmal eien kleinen Taschenspiegel vorhalten und ihre Balz- un d Paarungstänze provozieren. Das funktioniert bei vielen Springspinnenarten, wobei jede Art einen eigenen Tanz vollführt.
Weitere Informationen im Wiki der Arages
Bildquellen: Foto 1,2,5 & 6: W. Braunstein;
3: https://wiki.arages.de/index.php?curid=1819 ; 5: https://wiki.arages.de/index.php?curid=22132 7: https://wiki.arages.de/index.php?curid=3077
Literatur:
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
Foelix RF (1996): Biology of Spiders. Oxford Thieme. 2. Auflage. ISBN 0-19-509594-4, 330 S.
Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch
Meldeaktion "Spinne des Monats September 2025": Brückenkreuzspinne (Larinioides sclopetarius)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Brückenkreuzspinne, Larinioides sclopetarius, Weibchen Brückenkreuzspinne, Larinioides sclopetarius, Netzkolonie
Im September suchen wir eine großen, auffälligen Radnetzspinne, die vor allem in Gewässernähe oder auch synanthrop in Siedlungen an Gebäuden, Zäunen und vor allem an Brücken vorkommt: die Brückenkreuzspinne, Larinioides sclopetarius. Die Tiere sind gut zu bestimmen: Mit einer Körperlänge von 14 mm beim Weibchen und bis 9 mm beim schlankeren aber langbeinigeren Männchen sind die Tiere schon groß. Der Vorderkörper ist eigentlich schwarz, jedoch stark weiß behaart. Diese Haare bilden ein charakteristisches V im vorderen Bereich sowie einen weißen Rand (s. Abb. 3). Der Hinterleib zeigt eine weiß umrandete, dunkle Blattzeichnung. Die Beine sind geringelt.
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Brückenkreuzspinne, Larinioides sclopetarius, Männchen Brückenkreuzspinne, Larinioides sclopetarius, Balz (links das Männchen)
Bei Tag halten sich die Tiere oft in Ritzen und Winkeln verborgen. Meist erst in der Dunkelheit setzen sie sich ins Zentrum ihres Radnetzes, welches gerne unter oder neben künstlichen Lichtquellen gebaut wird. Besonders Leuchtstoffröhren in Garagen, Laternen und nachts beleuchtete Schaufenster von Läden werden oftmals relativ dicht besiedelt.
Larinioides sclopetarius ist eine der ganz wenigen mitteleuropäischen Spinnen, die regelmäßig in großen Kolonien vorkommt, nicht selten mit Dutzenden unterschiedlich alter Individuen. Dabei werden die Fang-Radnetze sogar in gemeinsamen Rahmenfäden angelegt und hängen teilweise unmittelbar nebeneinander. Mitunter kommt es vor, dass die Radnetze aufgrund sehr hoher Individuendichte degenerieren und einem wirren Netzteppich weichen. Gemeinsamen Beutefang gibt es wohl nicht und auch Kannibalismus kommt vor, obwohl die Brückenkreuzspinnen untereinander deutlich toleranter sind als andere Arten. So leben Tiere aller Größen in dem Gemeinschaftsgespinst und man kann in der Regel auch mehrere Männchen auf der Suche nach einer Partnerin umherstreifen sehen. Diese Form des parasozialen Zusammenlebens ist bislang fast nur von einigen Spinnenarten der Subtropen oder Tropen bekannt. Bei der Brückenkreuzspinne scheint die Koloniebildung in einem örtlich stark erhöhten Beutetiervorkommen, wie häufig an Gewässern und natürlich nachts an Laternen, begründet zu sein. In diesen Kolonien sitzen die Spinnen auch tagsüber in den Netzen - wohl geschützt durch die Menge?
Achtung Verwechslungsart! Im gleichen Lebensraum, also an Zäunen, Brücken und Hauswänden lebt eine weitere große Radnetzspinne, die Spaltenkreuzspinne Nuctenea umbratica. Diese ist sogar noch etwas größer, aber durch ihren extrem abgeflachten Hinterleib und die fehlende weiße Behaarung und V-Musterung von der Brückenkreuzspinne leicht zu unterscheiden. Sie verlässt ihr Tagesversteck in schmalen Ritzen und Löchern, wofür sie durch den flachen Hinterleib bestens angepasst ist, tatsächlich fast ausnahmslos nur in der Dunkelheit. Dann aber sitzen beide Arten oft in ihren großen, weitmaschigen Radnetzen nebeneinander
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Spaltenkreuzspinne, Nuctenea umbratica, Weibchen Spaltenkreuzspinne, Nuctenea umbratica, Unterseite
Natürlich freuen wir uns auch über Meldungen der Verwechslungsart im Artenfinder RLP
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Bildquellen: Foto 1,2,4,6 & 6: W. Braunstein; 3: Hendrik Geyer; 5: Vanessa Oehmig
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
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Meldeaktion "Spinne des Monats August 2025": Ammendornfinger (Cheiracanthium punctorium)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Ammendornfinger, Cheiracanthium punctorium, Weibchen Ammendornfinger, Cheiracanthium punctorium, Gespinst
Im August wird unser Meldeaufruf ein bisschen aufregender als gewöhnlich, da wir nach der tatsächlich einzigen einheimischen Spinne suchen, deren Biss auch für den Menschen ernsthafte Folgen haben kann, wenngleich keine wirklich dramatischen: Die Ammendornfingerspinne Cheiracanthium punctorium. Diese, mit 10-15mm Körperlänge recht große Spinne wird man am ehesten finden, wenn man nach den auffallenden, bis nussgroßen sackförmigen Gespinsten sucht, die meist an der Spitze von Grasblüten und ähnlichen Strukturen gebaut werden, ausschließlich in der Kraut- und Strauchschicht ausgesprochen warmer Lebensräume, sowohl trocken als auch feucht. Die Spinnen selbst sind nachtaktiv und tagsüber eher selten zu beobachten. Der Ammendornfinger ist eine wärmeliebende Art, die im Mittelmeerraum weit verbreitet ist und in Deutschland nur in warmen Regionen vorkommt, tatsächlich mit zwei Vertreitungsschwerpunkten im Südwesten und im Nordosten des Landes.
Cheiracanthium punctorium ist - neben der Größe - gut am deutlich verlängerten ersten Beinpaar, den dunklen "Socken" an den Beinen sowie den großen, beim Männchen besonders abstehenden rötlichen Cheliceren zu erkennen. Auch die meist sehr gelbe Hinterleibsfärbung mit dunklem Band in der Hinterkörpermitte ist ein gutes Merkmal.
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Ammendornfinger, Cheiracanthium punctorium, Männchen Wachendes Weibchen mit Jungen im Gespinst
Der wissenschaftliche Name Cheiracanthium bildet sich aus den beiden griechischen Wörtern „cheir” (Hand) und „akantha” (Dorn) und bezieht sich auf einen langen Sporn am Pedipalpus der Männchen. Der Artname „punctorium” leitet sich vom lateinischen Wort „punctum” (Stich) ab. Der deutsche Name Ammendornfinger bezeichnet die Eigenschaft der Weibchen ihre Jungen bis zur Selbstaufgabe zu hüten und zu verteidigen. Hier liegt auch der Grund für etwaige Bissunfälle mit dieser Spinnenart: Öffnet man unvorsichtigerweise das schützende Gespinst der Mutterspinne, greift diese sofort an und versucht den Eindringling zu beißen.
6 Ammendornfinger, bissbereites Weibchen mit austretenden Gifttröpfchen
Mit den großen Cheliceren und den starken Giftklauen können Ammendornfinger, anders als die meisten anderen einheimischen Spinnen, die menschliche Haut durchdringen. Sie überwältigen auch bei ihrer Jagd nach Nahrung große Insekten wie Große Grüne Heupferde oder Gottesanbeterinnen. Beim Menschen - so die Berichte glaubwürdiger Betroffener - hält die Giftwirkung schmerzhaft über einige Tage an und führt auch zu Kreislaufproblemen und Schwäche. Daher bitte: Vorsicht bei der Suche!. Gespinst nicht öffnen. Im Gegenlicht ist die Spinne auch ohne Störung meist erkennbar und angesichts ihrer Größe und der des Gespinstes ziemlich sicher zu bestimmen.
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Bildquellen: Foto 1 - 4 & 6: Vanessa Oehmig Foto 5: W. Braunstein
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch
Meldeaktion "Spinne des Monats Juli 2025": Große Streckerspinne (Tetragnatha montana)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Große Streckerspinne, Tetragnatha montana, Weibchen Große Streckerspinne, Weibchen im Netz
Im Juli muss man sich in Gewässernähe bewegen, um die leicht zu erkennende Große Streckerspinne (Tetragnatha montana) zu entdecken, die in der Ufervegetation und oft sogar dicht über dem Wasser ihr Radnetz baut. Alle Vertreter dieser Gattung Tetragnatha - insgesamt 9 Arten in Deutschland - zeichnen sich durch einen sehr schlanken, lang gestreckten Körperbau aus. Die sehr langen, dünnen Beine sind typischerweise nach vorn und hinten ausgestreckt. Daher auch der Name Streckerspinnen. Ein weiteres gemeinsames Merkmal dieser Spinnengattung sind auch die auffällig großen Cheliceren, vor allem bei den Männchen, die in der Regel auch etwas schlanker und kleiner als die Weibchen bleiben, die bis 11 mm Körperlänge erreichen.
Der langgestreckte Hinterleib weist eine braun-goldene Färbung mit weißer Zeichnung auf, die von vorne bis hinten wellenartig verläuft. Der Vorderkörper ist einfarbig hellbraun, ebenso das Sternum (Brustplatte) unterseits. Trägt das Sternum einen hellen Fleck, hat man eine "Schwesterart" gefunden: Die Echte Streckerspinne (Tetragnatha extensa) . Die Arten können leicht verwechselt werden, da beide im selben Lebensraum vorkommen, was aber für unseren Meldeaufruf nicht entscheidend ist, da beide Arten ökologisch sehr ähnlich sind. Also: Alle Streckerspinnen-Meldungen sind willkommen!
Die Große Streckerspinne baut ihr grobmaschiges, horizontales Radnetz an oder über Kleingewässern am Tag meist mehrfach neu, da ihre Beute, häufig Schnaken, Eintags- oder Köcherfliegen sowie Libellen das Netz oft in Mitleidenschaft ziehen. Streckerspinnen sitzen oft offen in der Netzmitte. Bei Störung aber - Vorsicht beim Beobachten! - zieht sich die Spinne aber schnell zurück und sitzt dann - gut getarnt - mit ausgestreckten Beinen an einem Grashalm o.ä..
"Gute Tarnung" ist auch das Motto, das den sehr typischen Eikokon der Streckerspinne charakterisiert: Der auf Blättern abgelegte weiße Seidenkokon erhält durch dunkle Seidentupfer das Aussehen von Vogelkot.
Bei der ziemlich "akrobatischen" Paarung der Großen Streckerspinne, die man im Juni und Juli in den Netzen gut beobachten kann, zeigen die auffallend langen Cheliceren (Kieferklauen), speziell der Männchen, ihre Funktion: Mit den Cheliceren spreizen und fixieren die Männchen die Cheliceren der Weibchen und können diese dann ungefährdet begatten. Mit einem spektakulären "Salto" lassen sich die Männchen dann nach der Paarung aus dem Netz fallen - auch dies ein kleines Schauspiel, das die Beobachtung dieser in Feuchtgebieten häufigen Spinne lohnenswert macht.
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Große Streckerspinne, Tetragnatha montana, Paarung Große Streckerspinne, Tetragnatha montana, Kok
Die Große Streckerspinne Tetragnatha montana gehört zu einer eigenen Radnetzspinnenfamilie, den Dickkieferspinnen (Tetragnathidae), deren gemeinsame Merkmale die ausgeprägten Cheliceren und relativ grobmaschige Radnetze sind. Zu ihnen gehören die oft in Höhlen zu findenden Gattungen Meta und Metinella sowie die meist in Feuchtgebieten vorkommende Gattung Pachygnatha.
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Bildquellen: Foto 1 - 4: W. Braunstein
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch
Meldeaktion "Spinne des Monats Juni 2025": Südliche Glanzkrabbenspinne (Synema globosum)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Südliche Glanz-Krabbenspinne, Synema globosum, Weibchen
Im Juni heißt das Such-Motto: Schaut auf die Blüten! Auf Blüten an sonnigen, warmen Standorten, auch an Wald- und Wegrändern suchen wir nach einer unverwechselbar auffallend bunten und glänzenden Spinne aus der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae): Der Südlichen Glanz-Krabbenspinne Synema globosum. In den meisten Fällen ist der kugelige Hinterleib mit einer schwarzen Zeichnung knallrot gefärbt, manchmal ergänzt durch gelbe Anteile, zuweilen auch komplett gelb oder gar weiß. Das Weibchen ist mit einer Körperlänge von bis zu 8 mm etwa erbsengroß, das fast schwarze Männchen mit weiß gemustertem Hinterleib bleibt mit 4 mm deutlich kleiner. Typisch für alle Krabbenspinnen sind die stark verlängerten ersten beiden Vorderbeinpaare und das häufig krabbenähnliche Seitwärtskrabbeln der Spinnen.
Krabbenspinnen sind die perfekten Lauerjäger. Die bunten Arten, also auch die Südliche Glanz-Krabbenspinne Synema globosum, sitzen unbeweglich auf ihrem Ansitz auf einer Blüte. Oft werden Blüten in passender Farbe - hier also rot oder gelb -gewählt, doch man findet die bunten Jäger auch auf anders gefärbten Blüten. Schon im Juni 2024 hatten wir eine besonders anpassungsfähige Verwandte vorgestellt: Die Veränderliche Krabbenspinne Misumena vatia. Zahlreiche andere, braungraue Krabbenspinnen, meist aus der Gattung Xysticus, bewohnen die Laubschicht und jagen in Bodennähe, oft sogar unter Rinde. Die bunte Glanz-Krabbenspinne Synema globosum aber sitzt oft am Blütenrand und wartet auf anfliegende Insekten, die auf der Blüte Nahrung suchen: Bienen, Wespen, Schwebfliegen oder Käfer. Blitzschnell greifen die Vorderbeine der Spinne zangenartig zu, und mit einem gezielten Nackenbiss fixiert und tötet die Spinne ihre Beute. Da Bienen und Wespen mit ihrem Stachel fast nur bauchseitig zustechen können, ist ihr Abwehrwerkzeug wegen des Nackenbisses durch die Spinne recht nutzlos. So überwältigt Synema globosum, wie andere Krabbenspinnen auch, Beutetiere, die deutlich größer sind als sie selbst.
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Südliche Glanz-Krabbenspinne, Synema globosum, Ansitzjäger auf Blüten verschiedener Färbung
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Weibchen mit erbeuteter Honigbiene
Meldeaktion "Spinne des Monats Mai 2025": Gewöhnlicher Nachtwolf (Trochosa terricola)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart oder einer Artengruppe zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Gewöhnlicher Nachtwolf, Trochosa terricola, Weibchen Gewöhnlicher Nachtwolf, Trochosa terricola, Portrait Augenstellung Wolfspinnen
Im Mai schauen wir bei unserer Suche wieder einmal auf den Boden, am besten auch einmal unter Steinen. An trockeneren, teils beschatteten Standorten suchen wir nach einer braunen Spinne aus der Familie der Wolfspinnen (Lycosidae): Dem Gewöhnlichen Nachtwolf Trochosa terricola. Wolfspinnen sind oft sehr zahlreich und sehr aktiv. Dies gilt vor allem für die etwas kleineren Vertreter der Gattung Pardosa, die durch ihren steil aufragenden Vorderkörper als Gruppe erkennbar sind. Unsere Mai-Spinne Trochosa terricola ist dagegen eine größere Wolfspinne, das Weibchen mit bis 14mm Körperlänge, das Männchen kleiner. Ihr Vorderkörper ist etwas runder als bei Pardosa und trägt ein für die Gattung typische Zeichnung aus einem hellen Band mit zwei parallelen kurzen Längsstreifen. Tibia und Metatarsus der Vorderbeine sind oft dunkler gefärbt.Trochosa terricola ist als Wolfspinne auch an der typischen Anordnung ihrer 8 Augen erkennbar: Hinter einer dichten Reihe von 4 gleichgroßen Augen folgt ein Trapez aus 2 großen Frontaugen und dahinter 2 kleinen Seitenaugen. Wolfspinnen jagen ihre Insektenbeute ohne Netz auf Sicht und mit dem Tastsinn. Letzteres gilt für den Gewöhnlichen Nachtwolf in besonderem Maße, ist diese Spinne doch meist dämmerungs- und nachtaktiv. Man trifft sie aber auch durchaus am Tag an.
Wie alle Wolfspinnen trägt auch das Weibchen von Trochosa terricola ihren Kokon an den Spinnwarzen herum und im Mai findet man sie auch beim "Sonne-Tanken" auf Blättern sitzen. Nach dem Schlüpfen werden die Jungspinnen noch einige Zeit auf dem Hinterleib herumgetragen, fallen nach und nach herunter und werden so verbreitet - ebenfalls ein Verhalten, das für alle Wolfspinnen typisch ist.
Im Laufe des Aprils kann man häufig Männchen und Weibchen gemeinsam einträchtig in der Warte sitzen sehen. Neben dem Größenunterschied kann man dann zur Geschlechtsunterscheidung die spinnentypisch stark vergrößerten Pedipalpen beim Männchen heranziehen.
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Gewöhnlicher Nachtwolf, Trochosa terricola Gewöhnlicher Nachtwolf, Trochosa terricola, Weibchen m. Jungspinnen
Meldeaktion "Spinne des Monats April 2025": Körbchenspinne (Agalenatea redii)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Netz der Körbchenspinne Agalenatea redii Körbchenspinne, Weibchen Agalenatea redii
Im April führt unsere Suche in erster Linie auf sonnige, möglichst warme Flächen, auf denen über sonst niedigem Bewuchs noch die Reste vorjähriger Blüten- und Fruchtstände herausragen. In diesen oft vertrockneten Strukturen baut sich die Körbchenspinne Agalenatea redii eine namensgebende seidige Sitzwarte am Rand eines recht kleinen Radnetzes. Dort sitzt diese Tarnkünstlerin meist zusammengekauert und wartet auf Beute, die ins Netz fliegt.
Agalenatea redii ist eine mittelgroße Radnetzspinne mit einem auffallend runden Hinterleib, etwas breiter als lang. Weibchen erreichen eine Körpergröße von 7-8 mm, Männchen bleiben mit 4 mm deutlich kleiner und sind viel schlanker. Die Färbung des Hinterleibs ist enorm variabel und reicht von schwarz bis rostrot. Am Vorderrand ist bei fast allen Körbchenspinnen ein helles „V“, dahinter ein dunkler Streifen. Die Beine sind meist geringelt.
Im Laufe des Aprils kann man häufig Männchen und Weibchen gemeinsam einträchtig in der Warte sitzen sehen. Neben dem Größenunterschied kann man dann zur Geschlechtsunterscheidung die spinnentypisch stark vergrößerten Pedipalpen beim Männchen heranziehen.
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Körbchenspinne, Männchen Agalenatea redii Körbchenspinne, Agalenatea redii Beispiele für Farbvarianten
Meldeaktion "Spinne des Monats März 2025": Asselfresser (Dysdera erythrina & Dysdera crocata)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
Im März 2025 suchen wir wieder - wie im Januar - nach zwei Spinnenarten, die sich so ähneln, dass man sie mit bloßem Auge nicht unterscheiden kann. Da sie zudem auch sehr gleiche Lebensräume bewohnen und sich auch sehr ähnlich verhalten, fassen wir sie in einem Sammelnamen zusammen: Asselfresser aus der Familie der Sechsaugenspinnen (Dysderidae): Kleiner Asselfresser (Dysdera erythrina) und Großer Asselfresser (Dysdera crocuta).
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Kleiner Asselfresser Dysdera erythrina Großer Asselfresser Dysdera crocata
Der deutsche Name "Asselfresser" gibt uns schon sehr klare Hinweise zur Lebensweise dieser versteckt lebenden Spinnenarten: Sie sind nachtaktiv, bauen als Schleichjäger keine Fangnetze und bevorzugen dunkle, feuchte Orte, wie Höhlen und Keller, Komposthaufen, unter Steinen und Brettern im Garten etc. - eben da, wo auch ihre namensgebende Hauptbeute lebt: Asseln. Tagsüber ruhen die mittelgroßen Spinnen (Weibchen 7–16 mm, Männchen 6–9 mm) in Gespinstsäcken. Beide Arten sehen ziemlich gleich aus und unterscheiden sich eigentlich nur in der Körpergröße: Der Hinterleib ist ungemustert hell, der Vorderkörper rot bis rotbraun. Dysdera-Arten haben nur sechs Augen - statt acht, wie bei den meisten anderen Spinnen. Sie sitzen kreisförmig dicht an der Stirn. Noch typischer und leicht erkennbar sind die enorm stark vergrößerten Cheliceren (Kieferklauen) dieser Beutespezialisten: Mit den übergroßen Klauen können sie die ansonsten gut geschützen und von den meisten anderen Spinnen gemiedenen Asseln umfassen und mit einer Giftklaue die weichere Unterseite durchdringen. Beide Arten, vor allem die größere Dysdera crocata, sind sehr wehrhaft und können auch andere, größere Spinnen überwältigen.
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Für Menschen sind sie trotz der imposanten Beißorgane nicht gefährlich. Ihre Beute saugen sie so aus, das die Außenskelette komplett übrigbleiben und dann einen Hinweis auf das Vorkommen dieser versteckt lebenden Spinnen geben.
Meldeaktion "Spinne des Monats Februar 2025": Gewöhnliche Fischernetzspinne (Segestria senoculata)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
Im Februar 2025 schließen wir uns der Deutschen Arachnologischen Gesellschaft (ARAGES) an und suchen nach der Europäischen Spinne des Jahres 2025: Fischernetzspinne Segestria senoculata (Segestriidae)
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Fischernetzspinne Segestria senoculata Typisches Netz der Fischernetzspinne Segestria senoculata
Die Gewöhnliche Fischernetzspinne ist paläarktisch verbreitet und kommt in ganz Europa vor. Segestria senoculata lebt im Wald und in Block- und Schutthalden bis zur Waldgrenze. Man kann sie auch - in Waldnähe - an Gebäuden, Mauern und an Baumrinde finden. Aufgrund ihrer Häufigkeit und einer großen Habitatverfügbarkeit wird sie in den Roten Listen als nicht gefährdet eingestuft.
Zuallererst wird man wohl das Maschengewebe ihres Netzes entdecken (Name!). Nachts lauert Segestria senoculata am Eingang der Wohnröhre, wobei nur der Vorderkörper und die vorderen 3 Beinpaare nach vorne gestreckt herausragen - eine sehr typische Körperhaltung der gesamten Familie, von der wir mit der Schwester- und Verwechslungsart Segestria bavarica und in sehr warmen Habitaten am Haardtrand vielleicht sogar die sehr große und grün glänzende Segestria florentina entdecken können. Das Jagdverhalten ist bei allen gleich: Sobald ein Insekt die Signalfäden berührt, wird es blitzartig gepackt und in die Wohnröhre gezogen. Am Tage ruht die Spinne in der Röhre. (Wiehle 1953)
Die Körperlänge von Segestria senoculata beträgt bei Weibchen 7–10 mm, beim Männchen 6–9 mm. Beide Geschlechter ähneln sich in Färbung und Zeichnung. Der Vorderkörper ist glänzend braun, den länglich ovalen Hinterkörper ziert ein gebuchtetes dunkles Mittelband. Die Beine sind hellbraun, weisen eine dunkle Ringelung auf und die vorderen drei Beinpaare werden meistens nach vorne gestreckt, ein typisches Merkmal aller Segestriidae. Ein weiteres Merkmal dieser Spinnenfamilie: Fischernetzspinnen besitzen nur sechs Augen - statt der üblichen acht Augen der meisten Spinnenfamilien.
Weitere Informationen im Wiki der Arages
Bildquellen: 1: H. Höfer / Foto2: W. Braunstein
Bellmann H (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch
Wiehle H (1953): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile, 42. Teil Spinnentiere oder Arachnoidea (Araneae) IX: Orthognatha - Cribellatae - Haplogynae Entelegynae. VEB Gustav Fischer Verlag, 150 S
Meldeaktion "Spinne des Monats Januar 2025": Zitterspinnen /Pholcus phalangoides & Holocnemus pluchei)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
Im Januar 2025 haben wir eine Premiere: Wir suchen nach gleich zwei Spinnenarten aus der Familie der Zitterspinnen (Pholcidae)
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Große Zitterspinne Pholcus phalangoides Marmorzitterspinne Holocnemus pluchei
Man muss nicht weit gehen, um sie zu entdecken: Zitterspinnen leben in Mitteleuropa nahezu ausschließlich im Siedlungsbereich des Menschen (synanthrop). Sie sind ziemlich häufig und als effektive Insektenjäger an Gebäuden ein ausgesprochen "nützlicher" Mitbewohner des Menschen.
Sie sitzt fast in jedem Gebäude in Deckenwinkeln: Die Große Zitterspinne Pholcus phalangoides (1). Ihr Name ist Programm: Bei Störung versetzt sich diese extrem langbeinige Spinne in kreisend zitternde Bewegung, was ihren ohnehin dünnem Körper für Feinde fast unsichtbar macht. Tatsächlich ist dieses, eigentlich zart wirkende aber Tier ein effektiver Jäger, der auch große Spinnen und Insekten überwältigen kann. Mit ihren langen Beinen hält die Zitterspinne ihre Beute auf Abstand und bewirft sie gleichzeitig mit klebriger Spinnseide, die das Opfer fesselt und wehrlos macht. Dann beißt die Zitterspinne ein winziges Loch meist in eine Gelenkhaut, pumpt zunächst Verdauungssekret in ihre Beute und saugt diese aus. Das dauert lange und übrig bleibt eine leere Hülle. Pholcus phalangoides ist in der Regel nur in Innenräumen zu finden, hat aber auch seit einigen Jahren Gesellschaft - erstmal um 2000 für Deutschland nachgewiesen - durch einen sehr ähnliche Zitterspinnen-Neubürger aus dem Süden bekommen, einer Art, die vorzugsweise eher außen an Gebäuden, unter Vordächern, an Gartenhäuschen aber auch in manchen Innenräumen lebt: Die Marmorzitterspinne Holocnemus pluchei (2) Ein aufgewölbter, grau marmorierter Hinterleib, ein fast schwarzer (!) Bauchstreifen sowie an den Gelenken stark schwarz-weiß geringelte Beine unterscheiden diese, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Spinne von ihrer mitteleuropäischen Verwandten. Auch ihr zitterndes Abwehrverhalten ist etwas anders als bei der Großen Zitterspinne: Die Marmorzitterspinne „hüpft“ mit ihrem Körper anstatt zu kreisen. Auch diese Zitterspinnenart ist ein sehr effektiver Jäger und erbeutet Insekten und Spinnen jeder Art und Größe (3). Zwei Spinnenarten: Eine alteingesessen, eine neu zugereist, auf den ersten Blick sehr ähnlich, doch mit einigen Unterschieden. Da gibt es also noch mehr Interessantes:
Meldeaktion "Spinne des Monats Dezember 2024": Sektorspinne (Zygiella x-notata)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Im Dezember braucht man nicht sehr weit zu gehen, um unsere gesuchte Spinne zu entdecken, die Sektorspinne Zygiella x-notata: Es genügt, an Geländern, in Nischen, oder Fensterkreuzen nach einem kleineren Radnetz zu suchen, bei dem fast immer ein Sektor fehlt (2). Durch diesen Kreisausschnitt läuft ein Faden von der Netzmitte zu einem dicht umsponnenen Schlupfwinkel in Ritzen und Spalten (3), in dem dann die mittelgroße, graubraune Spinne sitzt. Im Netz sieht man die Spinne nur selten. Weibchen erreichen bis 11 mm, Männchen bis 7 mm Körperlänge. Ganz typisch ist eine deutliche Blatt-Zeichnung auf dem silbrig aufgehellten Hinterleib (1) und unterseits ein dunkles, gelb gesäumtes Band (4).
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Sektorenspinnen leben nahezu ausschließlich im Siedlungsbereich des Menschen (synanthrop). Sie sind ziemlich häufig und als effektive Insektenjäger an Gebäuden ein ausgesprochen "nützlicher" Mitbewohner des Menschen. Aber da gibt es noch mehr Interesantes:
Meldeaktion "Spinne des Monats November 2024": "Nosferatu-Spinne" (Zoropsis spinimana)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Im November bräuchte es vielleicht gar keinen Meldeaufruf, denn die gesuchte Spinne ist aktuell ohnehin Spitzenreiter in den Spinnenbegegnungen, wenn man von Anfragen bei Experten und Beobachtungsmeldungen ausgeht oder auch von Pressemeldungen über Spinnen in der Umgebung des Menschen. Denn immer wieder wird über große Spinnen berichtet, die unvermittelt in der Wohnung auftauchen. Diese Spinnen sind sehr oft Kräuseljagdspinnen Zoropsis spinimana - viel besser bekannt unter dem Namen "Nosferatu-Spinne". Irgendjemand hatte die Zeichnung auf dem Vorderkörper der Spinne mit dem Gesicht des gleichnamigen Vampirs aus dem Gruselfilm von 1922 "Nosferatu - Symphonie des Grauens" verglichen - und fertig war der Aufsehen erregende Name für ein ganz sicher nicht bedrohliches, aber sehr interessantes Tier.
Zoropsis spinimana ist eine kräftige, große Spinne: Weibchen erreichen bis 19 mm, Männchen bis 13 mm Körperlänge und haben kräftige, behaarte Laufbeine, was sie massig erscheinen lässt. Männchen sind langbeiniger, aber auch dünner. Der Vorderkörper beider Geschlechter trägt die "Vampir-Zeichnung" und der kräftige Hinterleib ein dunkles Mittelband im Vorderteil (1 & 2).
Zoropsis spinimana baut kein Fangnetz. Sie ist ein nachtaktiver Lauerjäger und sitzt bewegungslos in einem Versteck und wartet auf vorbeilaufende Beute, in der Regel Insekten, die sie über ihre Sinneshaare an den Beinen und den recht guten Sehsinn wahrnimmt und blitzschnell ergreift, wenn das Insekt nah genug herangelaufen ist. Die Kräuseljagdspinne ist ein effektiver Insektenjäger und dadurch ein "nützlicher" Mitbewohner des Menschen. Ohnehin wird man sie nur selten zu Gesicht bekommen.
Ihr Versteck in Spalten und Ritzen umhüllt die "Nosferatu-Spinne" mit sehr typisch blau schimmernder Spinnseidenwolle, die aus den feinsten Einzelfäden in der Natur besteht, die mit ihrer Kräuselwolle allem haften, was sie berührt. Hier legen die Weibchen nach der Paarung im Spätherbst (3) ihre 1-3 Kokons mit 20-50 Eiern ab (4). Diese werden vom Weibchen bewacht und bei Störung energisch verteidigt. Nur in solchen Situationen könnte die "Nosferatu-Spinne" auch einen Menschen beißen - maximal mit der Wirkung eines Mücken- oder Wespenstichs. Die Jungen schlüpfen im Laufe des Winters und entwickeln sich in ca. 8 Monaten zur erwachsenen Spinne.
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Soweit wäre Zoropsis spinimana vielleicht gar keine besondere Spinnenart, für die man einen Meldeaufruf starten würde. Absolut bemerkenswert ist aber ihre Verbreitungsgeschichte als "Reisender" in Zeiten des Klimawandels.
Meldeaktion "Spinne des Monats Oktober 2024": Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus)
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Ein Klassiker der einheimischen Spinnenwelt ist Objekt unseres Meldeaufrufs im Oktober: Die Gartenkreuzspinne Araneus diadematus.
Viele Menschen kennen den Namen dieser Spinne, in bebilderter Literatur für Groß und Klein, auch in Zeichentrickfilmen, taucht sie oder ihr Radnetz als "die typische Spinne" auf. Noch bis vor 40 Jahren war sie das auch zweifellos, was historisch vergleichende Studien belegen, denn als ökologischer Generalist besiedelt die Gartenkreuzspinne nahezu alle Lebensräume, die ihr den Netzbau ermöglichen. Sie fehlt nur in gehölzfreien Biotopen. So trat sie auch in der Vergangenheit in großer Dichte auf und fast jeder kannte ihre Netze und die Spinne - so lange, bis der drastische Rückgang ihrer Beute, meist Fluginsekten, sich massiv auf die Spinnenpopulation - nicht nur der Gartenkreuzspinne - auswirkte.
Araneus diadematus ist eine große Spinne: Weibchen erreichen 12 bis 17 mm, Männchen 5 bis 10 mm Körperlänge. Der Vorderkörper ist hellbraun gefärbt und mit Haaren dicht besetzt. Die Beine sind hell- und dunkelbraun geringelt und mit vielen kurzen Stacheln besetzt. Der Hinterleib ist meist braun gefärbt. Darauf findet sich eine Eichblattzeichnung. Helle längliche Flecken bilden im vorderen Bereich das namensgebende weiße Kreuz. Weitere kleinere helle Flecken finden sich auch noch auf dem restlichen Opisthosoma verstreut. Die Färbung von Araneus diadematus ist sehr variabel. Es finden sich dunkelbraune Tiere, hellbraune, ebenso wie kontrastarme sowie beinahe rote oder dunkelbraun-violette Exemplare (1).
Araneus diadematus baut ein typisches Radnetz (2). Der obere Rahmenfaden überbrückt oft mehrere Meter, und das eigentliche Netz kann leicht 50 cm groß werden. Die Größe des Netzes hängt von der Größe der Spinne ab, aber auch andere Einflussgrößen, wie beispielsweise Gewicht der Spinne, Verfügbarkeit von Beute und Wetter spielen eine Rolle. Es besitzt mehr als 30 Radien. Die Fangspirale ist relativ dicht gewebt. Die Spinne lauert morgens und abends sowie nachts meist in der Nabe auf Beute. Tagsüber sitzt die Spinne häufig in einem Schlupfwinkel aus zusammengesponnenen Pflanzenteilen, über einen Signalfaden als "Alarmdraht" mit der Nabe des Netzes verbunden. Gerät Beute ins Netz, eilt die Spinne zur Nabe, orientiert sich über die Radien und ergreift das Beutetier, umwickelt es mit einem breiten Seidenband und transportiert es dann in den Schlupfwinkel, um dort "in Ruhe" zu fressen (3).
Meldeaktion "Spinne des Monats September 2024": Labyrinthspinne Agelena labyrinthica
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Dieses Mal wird dem Suchenden wohl zuerst das Netz unserer Labyrinthspinne auffallen: Weit ausladende Seidenteppiche, meist in Bodennähe in der Krautzone, in Brombeergestrüpp o.ä. (1) an meist warmen und trockenen Orten. Die Spinne selbst sitzt meistens in einer Seidenröhre, die des Netzteppich trichterartig nach unten fortsetzt (2). Diese Netzform gab der ganzen Spinnenfamilie ihren deutschen Namen: Trichternetzspinnen (Agelenidae).
Diese Gespinsteppiche sind ab Spätsommer durchaus zahlreich und weit verbreitet anzutreffen. Es besteht allerdings Verwechslungsgefahr mit den im Herbst oft massenhaft auftretenden Gespinsten von Baldachinspinnen. Diese sind jedoch sehr viel kleiner und weniger dicht gewebt. Wichtigster Unterschied: Die dünnbeinigen Baldachinspinnen hängen immer kopfüber unter dem Netz, Trichternetzspinnen wie die Labyrinthspinne laufen mit kräftigen Laufbeinen auf dem Gespinst.
Agelena labyrinthica erreicht als Weibchen eine Körperlänge von 14mm. Männchen unterscheiden sich optisch kaum, bleiben aber etwas kleiner. Die eher unscheinbare braune Spinne weist bei näherem Hinsehen zwei typische Erkennungsmerkmale auf: Der Hinterleib trägt zwei dunkle Längsstreifen, gegliedert durch ein weißes "Fischgrätenmuster". Wichtigstes Bestimmungsmerkmal: Die hinteren Spinnwarzen am Ende des Hinterleibs sind zweigliedrig und auffallend lang (3 + 4).
Meldeaktion "Spinne des Monats August 2024": Wespenspinne Argiope bruennichi
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Erneut suchen wir nach einer auffälligen Radnetzspinne (Araneidae), deren Vertreter radförmige Fangnetze mit Nabe, Speichen und Fangspirale bauen. Die schwarz-gelbe „Wespenfärbung“ beim erwachsenen Weibchen (1) dieser großen Spinne (bis 20mm Körperlänge) macht diese Spinne unverwechselbar. Die Männchen sind viel kleiner und schlanker mit dünnem gelblichem Hinterleib (2).
Die Wespenspinne besiedelt Wiesen und an Böschungen, dort, wo es auch zahlreiche Heuschrecken gibt – ihre Hauptbeute. Bewaldete Biotope werden gemieden. Oft findet man die Spinnen kolonieartig zu mehreren nah beieinander. Die Wespenspinne baut ihr Radnetz maximal kniehoch zwischen Gräsern und aufragenden Kräutern und sitzt fast immer im Zentrum dieses Fanggespinstes.
Meldeaktion "Spinne des Monats Juli 2024": Echte Eichblattspinne Aculepeira ceropegia
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Meldeaktion "Spinne des Monats Juni 2024": Veränderliche Krabbenspinne Misumena vatia
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Meldeaktion "Spinne des Monats Mai 2024": Listspinne Pisaura mirabilis
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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Meldeaktion "Spinne des Monats April 2024": Große Rindenspringspinne Marpissa muscosa
Jeden Monat ruft der ARBEITSKREIS SPINNEN alle Naturinteressierten auf, nach einer ausgewählten, gut zu erkennenden Spinnenart zu suchen und die Beobachtungen im Artenfinder RLP zu melden. So hoffen wir, deutlich mehr Informationen zur Spinnenfauna unserer Heimat zu bekommen.
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